Eine Fremdemission bezeichnet den Vorgang, bei dem ein Unternehmen neue Wertpapiere ausgibt, um Kapital von externen Investoren zu beschaffen. Diese neuen Wertpapiere können verschiedene Formen annehmen, wie zum Beispiel neue Aktien oder Anleihen. Bei einer Fremdemission wird das Unternehmen zum Emittenten und die neu ausgegebenen Wertpapiere werden den Investoren angeboten.

Der Prozess der Fremdemission

Die Fremdemission umfasst in der Regel mehrere Schritte:

  1. Planung und Vorbereitung: Das Unternehmen plant und bereitet die Fremdemission vor. Es legt fest, wie viele Wertpapiere ausgegeben werden sollen, zu welchem Preis und unter welchen Bedingungen.
  2. Begleitung durch Finanzinstitute: Oftmals wird das Unternehmen von Finanzinstituten wie Investmentbanken oder Wertpapierhäusern begleitet. Diese unterstützen das Unternehmen bei der Platzierung der neuen Wertpapiere und beraten bei der Festlegung des Ausgabepreises und der Strukturierung der Transaktion.
  3. Marketing und Angebot: Das Unternehmen vermarktet die neuen Wertpapiere und bietet sie potenziellen Investoren an. Dies kann über verschiedene Kanäle erfolgen, wie beispielsweise öffentliche Angebote, private Platzierungen oder eine Kombination aus beiden.
  4. Zeichnung und Zuteilung: Investoren zeichnen die angebotenen Wertpapiere, indem sie eine verbindliche Kauforder abgeben. In der Regel gibt es eine Zuteilung der Wertpapiere auf Basis der Nachfrage und unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien wie Investitionsbetrag oder Priorität der Zeichnung.
  5. Abwicklung und Notierung: Nach Abschluss der Fremdemission werden die Wertpapiere abgewickelt und an die Investoren übertragen. Falls es sich um Aktien handelt, können diese an einer Börse notiert und gehandelt werden.

Bedeutung für Aktionär/innen

Die Fremdemission hat verschiedene Auswirkungen und Bedeutungen für Aktionär/innen:

  1. Möglichkeit zur Kapitalbeschaffung: Durch eine Fremdemission kann ein Unternehmen Kapital von externen Investoren beschaffen. Dieses Kapital kann für Wachstumsprojekte, Schuldenabbau oder andere Unternehmenszwecke verwendet werden.
  2. Verwässerung des Eigentumsanteils: Wenn ein Unternehmen neue Aktien ausgibt, um Kapital zu beschaffen, kann dies zu einer Verwässerung der bestehenden Aktienanteile führen. Das bedeutet, dass der prozentuale Anteil des einzelnen Aktionärs/der einzelnen Aktionärin am Unternehmen sinkt. Dies kann Auswirkungen auf die Stimmrechte und Dividendenzahlungen haben.
  3. Chance zur Beteiligung an vielversprechenden Unternehmen: Eine Fremdemission bietet Aktionär/innen die Möglichkeit, sich frühzeitig an vielversprechenden Unternehmen zu beteiligen und potenziell von deren Wachstum zu profitieren. Durch den Erwerb der neu ausgegebenen Wertpapiere können Aktionär/innen von Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen profitieren.

Chancen und Risiken der Fremdemission

Die Fremdemission birgt sowohl Chancen als auch Risiken für Aktionär/innen:

  1. Chancen: Durch die Teilnahme an einer Fremdemission können Aktionär/innen von attraktiven Anlagemöglichkeiten profitieren und potenziell eine höhere Rendite erzielen. Sie haben die Chance, sich frühzeitig an vielversprechenden Unternehmen zu beteiligen und von deren zukünftigem Wachstum zu profitieren.
  2. Risiken: Es gibt jedoch auch Risiken bei einer Fremdemission. Zum einen besteht das Risiko, dass das Unternehmen seine Ziele nicht erreicht oder dass die Marktbedingungen ungünstig sind, was sich negativ auf den Wert der neu ausgegebenen Wertpapiere auswirken kann. Zum anderen kann es aufgrund der Verwässerung der Aktienanteile zu einer Minderung des Wertes der bestehenden Aktien kommen.

Fazit

Die Fremdemission ist der Prozess, bei dem ein Unternehmen neue Wertpapiere ausgibt, um Kapital von externen Investoren zu beschaffen. Aktionär/innen haben die Möglichkeit, sich an einer solchen Emission zu beteiligen und von attraktiven Anlagemöglichkeiten zu profitieren. Es ist jedoch wichtig, die Chancen und Risiken sorgfältig abzuwägen und die individuelle Risikotoleranz und Anlagestrategie zu berücksichtigen. Aktionär/innen sollten die Informationen des Unternehmens und gegebenenfalls professionellen Rat nutzen, um fundierte Entscheidungen zu treffen, ob eine Teilnahme an einer Fremdemission für sie geeignet ist.